Aktuelles

Begeisterung verboten?

29. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Glaube & Leben, Gottesdienste

Kein Spargelfest …

… kein gemeinsamer Gottesdienst der beiden christlichen Kirchen am Pfingstmontag, Essengehen mit der Familie – möglich, aber kompliziert. Ein anderes Pfingstfest steht vor der Tür. Begeisterung ruft das nicht hervor. Dabei geht es doch an Pfingsten um Begeisterung. Die Jünger Jesu waren komplett aus dem Häuschen. Ihre Begeisterung war ansteckend, so ansteckend, dass sogar Sprachbarrieren fielen. Der Glaube war auf einmal ganz einfach zu verstehen und hat begeistert. So erzählt es die Apostelgeschichte.

Doch Kritik gab es auch. Manche dachten, bei so viel Überschwang müssen die alle besoffen sein. Der Apostel Petrus stellt sich der Kritik und erklärt, was es mit dieser Begeisterung auf sich hat. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort, mit der Auferstehung von Jesus Christus sagt Gott ein für alle Mal JA zum Leben. Wer dies begriffen hat, der will es weitererzählen. Wo dies geschieht, wirkt der Heilige Geist, so nennt es die Tradition.

Wobei, ich geb’s zu: Mit der Begeisterung tue ich mich auch schwer. So richtig in Ekstase geraten, wie es von den Jüngern in der Pfingstgeschichte erzählt wird, bin ich noch nie. Den frischen Wirbelwind kenn ich nur aus der Werbung. Da geht es aber nicht um Mut für die Zukunft, sondern ums Geldmachen und höchstens noch um Glanz in der Küche.

Pfingsten konkurriert nicht mit Baumärkten und Eisdielen

Wahrscheinlich muss ich meine Pfingsterlebnisse tiefer hängen, in meinen Alltag hineinholen. Es wird den Jüngerinnen und Jüngern ja anschließend auch so gegangen sein. Der Jubel hört auf und das Leben muss angepackt werden. Aber sie haben ihr Leben mit einem neuen Blick, mit einer veränderten Perspektive angepackt.

Für mich beginnt Pfingsten dort, wo mir diesen Perspektivenwechsel gelingt. In dieser Zeit der Corona-Kontaktbeschränkung sind auf einmal ganz viele kreative Ideen wach geworden, wie wir trotzdem in Kontakt bleiben können. Über Videos im Internet genauso, wie übers Telefon und mit der alten Briefpost. Menschen sind nicht nur zum Klatschen auf den Balkon gegangen, sondern haben sich um andere gekümmert, eingekauft, Masken füreinander genäht. Einen vernünftigen, körperlichen Abstand zu halten, bedeutet nicht, dass ich mich innerlich einmauern muss. Im Gegenteil … in der Offenheit für andere Menschen liegt die Zukunft, auch in dieser Krise.

Natürlich wird auch Kritik laut. Wo wir uns einschränken müssen, gibt es Widerstand. Offene Fragen und berechtigte Kritik mischen sich mit kruden Verschwörungsfantasien, Hetze und Hass. Manch einer sieht die Meinungsfreiheit oder die Religionsfreiheit bedroht. Doch niemand musste auf Gottesdienste und Zuspruch verzichten, sie haben uns nur anders und ungewohnt erreicht. Glaube konkurriert nicht mit Baumärkten oder Eisdielen. Freiheit lässt sich nicht gegen den Schutz von Leben ausspielen. Hier ist wieder einer, wie Petrus gefragt, der uns das sachlich und unaufgeregt erklärt. Zugleich brauchen wir die Begeisterung für neue Wege, die uns trotz Mindestabstand und Maskenpflicht zusammenbringen. In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest mit vielen begeisternden Ideen füreinander.

Bleiben Sie behütet!
Herzlich Ihr Pfarrer Heinrich Schwarz

Sie hätten unsere Gedanken zum Sonntag gerne per Post? Lassen Sie es uns wissen, wir senden sie Ihnen gerne zu.

Mittagsläuten (Woche 22/2020)

26. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles

Mittags um 12 Uhr laden unsere Glocken zum Gebet für alle Menschen in Angst und Sorge ein – für die, die in Quarantäne leben, für die, die im Gesundheitsdienst tätig sind und für die, die unsere Versorgung und Sicherheit aufrechterhalten. Sie läuten für die Gesunden, für kranke Menschen – und für die Sterbenden. Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!

Gebet zum Mittagsläuten

Gott, es komme dein Reich: Wenn wir niedergeschlagen und hilflos sind, wenn Lügen das Feld beherrschen, wenn Angst und Gleichgültigkeit wachsen – komme dein Reich.

Wenn die Freude versiegt, wenn keine Liebe mehr da ist, wenn der Unglaube zunimmt – komme dein Reich.

Zu den Kranken und Einsamen, zu denen, die am Rand stehen – komme dein Reich.

In unsere Kirchen, in unsere Gebete und Gedanken – komme dein Reich.

In unsere Herzen, in unsere Augen und Hände – komme dein Reich.

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Aktion Lebensmittelkorb

25. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Informationen, Lebensmittelkorb

Die Aktion „Lebensmittelkorb“ nimmt wieder ihre Arbeit auf.
Ab Freitag, 5. Juni werden im Kirchentreff im Heimatmuseum, Kirchstr. 9, wieder Lebensmittel ausgegeben. Die Aktion ist dann so organisiert, dass die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Auch hier gilt: Im Gebäude bitte Mund-Nasen-Schutz tragen und auch im Hof bitte den Mindestabstand von 1,5 m einhalten.

Andacht halten und einander schützen

25. Mai 2020 by ekro Posted in: Aktuelles, Gottesdienst, Informationen

Wir feiern aktuell an Sonn- und Feiertagen um 10 Uhr eine Andacht in unserer Kirche. Damit wir einander schützen, gelten dazu strikte Hygiene- und Abstandsregeln. Die wichtigsten sind:

  • kein Gesang der Gemeinde, kein Chorgesang
  • 1,5 Meter Mindestabstand zueinander mit gekennzeichneten Sitzplätzen,
    Personenaus einem Hausstand können nebeneinandersitzen
  • Maskenpflicht
  • Hände desinfizieren und nicht die Hand geben
  • Namensliste der Gottesdienstbesucherinnen- und besucher

Unser Hygienekonzept für die Kirche finden Sie hier

Gedanken zum Sonntag – Hoffnung nach der Krise

22. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Glaube & Leben, Gottesdienste

Hoffnung nach der Krise – zu Jeremia 31,31-34

Der Prophet Jeremia, einer der großen Theologen des Alten Testaments, entwirft in seinen Worten aus dem 31. Kapitel ein Bild der Hoffnung. Gott werde mit dem Volk Israel einen neuen Bund schließen, nachdem die Menschen in der Zeit vor Jeremia sich dem alten Bund Gottes mit den Menschen nicht würdig erwiesen hatten. Der neue Bund aber werde völlig anders sein. Er soll nicht auf Steintafeln geschrieben werden wie die Zehn Gebote, die Mose am Berg Sinai erhalten hatte. Der neue Bund soll in die Herzen und Gewissen geschrieben sein. Die Menschen sollen sich im Inneren wandeln.

Jeremia selbst hatte eine schwere Krise erlebt. Seine Heimat war bedroht von einer starken fremden Macht, den Babyloniern. Sie drohten das Land und dessen Hauptstadt Jerusalem einzunehmen und dem Erdboden gleichzumachen. Und viel schlimmer noch: Das geschah dann auch, und Jeremia wurde nach Ägypten verschleppt, in die Fremde.

Erstaunlich, dass er vor diesem Hintergrund solch ein buntes Hoffnungsbild zeichnen kann. Eigentlich hätte er sich zurückziehen müssen aus Enttäuschung über sein Volk und in Anbetracht der eigenen Verbannung. So würde es vermutlich uns ergehen, wenn wir Ähnliches erleben müssten. Da können einem Hoffnung und Zuversicht in die Binsen gehen.

Jeremia zieht seinen Optimismus aus dem Glauben an Gott

Nicht so Jeremia. Er hat seinen Optimismus behalten, hat trotz des totalen Umbruchs im Äußeren wie der völligen Verunsicherung im Inneren mit einem Neubeginn gerechnet. Diesen Optimismus zieht er aus dem Glauben an Gott. Er rechnet damit, dass Gott gütig und gnädig sein wird, weil er weiß, dass er das auch schon früher gewesen war. Gott fängt mit uns zusammen neu an. Er stellt sich uns an die Seite, um mit uns gemeinsam unsere Zukunft anzugehen. Das ist die entscheidende Botschaft, die Jeremia seinem Volk bringt. Gott schließt einen neuen Bund. Er gibt den Menschen eine neue Chance.

Es ist schon erstaunlich, wie gut Worte, die tausende von Jahren alt sind, manchmal in die heutige Zeit passen. Viele Menschen sind ausgesprochen angstvoll angesichts des Corona-Virus, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen kann und wird. Sie machen sich große Sorgen um die eigene Gesundheit und um unser gesellschaftliches Zusammenleben. Andere sind hoffnungsvoller, sind erfreut über gutes Krisenmanagement und kreative Ideen angesichts der schwierigen Lage. Sie haben Vertrauen darauf, dass auch diese Krise überwunden werden wird, und

sind gespannt, was von den guten Ideen übrigbleibt und wie die Welt nach Corona aussehen wird. Denn dass es ein Leben nach Corona geben wird, dessen sind sie sich sicher. Nur wird dieses Leben anders sein als das Leben vor der Pandemie.

Gott hält einen neuen Weg für uns bereit

Aber das wusste auch schon Jeremia. „Der neue Bund wird völlig anders sein“, gibt er Gottes Wort an ihn wider, und das predigt er dem Volk. Das Vertrauen in Gottes Güte und Gnade lässt ihn diese Zuversicht haben, dass Gott einen neuen Weg für die Menschen bereithält. Auch für uns. Dieses Vertrauen dürfen auch wir haben in unserer derzeitigen Krise. Und wir dürfen uns auf das Leben nach Corona freuen.

Bleiben Sie behütet!
Herzlich Ihr Pfarrer Michael Ebersohn

Sie hätten unsere Gedanken zum Sonntag gerne per Post? Lassen Sie es uns wissen, wir senden sie Ihnen gerne zu.

Gebet zum Mittagsläuten (Woche 21/2020)

19. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles

Mittags um 12 Uhr laden unsere Glocken zum Gebet für alle Menschen in Angst und Sorge ein – für die, die in Quarantäne leben, für die, die im Gesundheitsdienst tätig sind und für die, die unsere Versorgung und Sicherheit aufrechterhalten. Sie läuten für die Gesunden, für kranke Menschen – und für die Sterbenden. Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!

Gebet zum Mittagsläuten

Guter Gott, wenn es uns gut geht, sind wir froh über deine Güte und Gnade, mit denen du uns begleitest auf unseren Wegen. Wenn es uns schlecht geht, vertrauen wir auf deine Güte und Gnade, aus denen heraus du uns einen neuen Weg zeigen und ebnen kannst. Das gibt uns Kraft und Zuversicht für ein Leben, das anders ist als bisher.

Wir bitten dich für uns in Zeiten der Krise: Lass uns deinem neuen Bund vertrauen, auf dass wir mutig und unverzagt unseren Weg weitergehen, auch wenn er schwer wird und uns auf Umwege führt.

Wir bitten dich für die Menschen, die uns am Herzen liegen: Lass sie einstimmen in die Freude über deine Güte und Gnade, auf dass sie uns begleiten auf dem Weg zu Neuem und sich anstecken lassen von unserem Glauben.

Wir bitten dich für alle Menschen: Lass deine Güte und Gnade überall wirken, auf dass sich die Menschheit verantwortungsvoll und besonnen, aber auch hoffnungsvoll und mutig den Krisen stellt, die die ganze Welt in Atem halten.

Guter Gott, unser Vater im Himmel, bei dir kommen wir zur Ruhe. In deiner Nähe ziehen Frieden, Vertrauen und Glaube in unsere Herzen ein. Wir vertrauen uns dir an und beten:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Andacht am 21. und 24.05.2020

18. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Glaube & Leben, Gottesdienste, Informationen

Wir laden herzlich ein zur Andacht an
Christi Himmelfahrt,
am Donnerstag, den 21. Mai 2020 um 10 Uhr

mit Pfarrer Heinrich Schwarz

und am Sonntag, den 24. Mai 2020 um 10 Uhr
mit Pfarrer Dr. Michael Ebersohn

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir die Hygieneregeln strikt einhalten müssen und auch nicht mehr Menschen in die Kirche lassen können, wie Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Mund-Nase-Masken unserer Nähgruppe für 5 Euro

In der Kirche tragen wir alle eine Mund-Nase-Maske. Nur wer am Altar zu uns spricht, trägt keine, muss aber mindestens vier Meter vom nächsten Sitzplatz entfernt sein. Auch im Kirchgarten müssen keine Masken getragen werden.

Wenn Sie keine Maske mitbringen, können Sie gerne vor der Andacht eine selbstgenähte und waschbare Mund-Nasen-Maske aus Stoff für fünf Euro erwerben. Der Erlös kommt der Sanierung unseres Gemeindehauses in der Gartenstraße zugute. Die ehrenamtliche Rodenbacher Masken-Nähgruppe, die schon unsere Diakoniestation, das Altenzentrum sowie die Feuerwehr mit Masken ausgestattet hat, spendet uns diese Masken. Vielen Dank dafür!

Der Bücherflohmarkt öffnet wieder

16. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Bücherflohmarkt, Informationen

Wir freuen uns, dass wir unseren Bücherflohmarkt im Glasanbau unseres Gemeindehauses in der Gartenstraße 2 (Eingang über den Hof) wieder öffnen können. Hier haben Sie die Möglichkeit in entspannter Atmosphäre aus tausenden – nach Fachgebieten sortierten – Büchern auszuwählen. Natürlich gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln und wir bitten Sie, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen.

Mund-Nasen-Masken unserer Nähgruppe für 5 Euro

Im Bücherflohmarkt haben Sie die Möglichkeit selbstgenähte und waschbare Mund-Nasen-Masken aus Stoff für fünf Euro pro Stück zu erwerben.

Der Erlös kommt der Sanierung unseres Gemeindehauses in der Gartenstraße zugute. Die ehrenamtliche Rodenbacher Masken-Nähgruppe, die schon unsere Diakoniestation, das Altenzentrum sowie die Feuerwehr mit Masken ausgestattet hat, spendet uns diese Masken. Vielen Dank dafür!

Schreien wie ein Kind nach dem Vater

15. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles, Glaube & Leben, Gottesdienst

Gedanken zum Sonntag

Wenn sich der Leiter des Augsburger Gebetshauses, der einstige Reformator aus Wittenberg und der frühere Landesbischof der Württembergischen Kirche miteinander über das Thema Beten unterhalten könnten, dann würde das wohl so klingen: „Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts“ sagte Johannes Hartl. Darum: „Bete, als ob alles Arbeiten nichts nützt und arbeite, als ob alles Beten nichts nützt“, bestätigte Martin Luther. Und Bischof Hans von Keler fuhr fort: „Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann“.

Ich selbst betete meist erst ganz zum Schluss, in der großen Gebetsversammlung bei uns im Ort. Denn oft brauchte ich die gesamte Gebetszeit, um mein Gebet vortragsreif zu formulieren. Irgendwie konnten alle besser beten als ich. Onkel Georg hatte immer so gute Gedanken. Und Onkel Heinrich formulierte seine sehr geistreich. Tante Hannchen betete meist kurz vor mir genau das, was ich mir selbst gerade zurechtgelegt hatte. Ein neuer Gedanke musste her. Oder wenigstens neue Worte für den alten. Wieder und wieder redigierte ich mein Gebet. Bis ich es endlich „hielt“.

Irgendwann später beherrschte ich dann die gängigen Formulierungen und konnte zu den Früh- oder wenigstens Halbzeitbetern überlaufen. Und irgendwann noch später erkannte ich: Darum geht es gar nicht. Ich muss beim Beten nicht verkündigen. Ich muss beim Beten nicht meinen rechten Glauben bekennen. Ich muss beim Beten keine immer neuen Worte finden. Menschen spitzen die Ohren – aber Gott horcht auf mein Herz. Beten heißt: Mein Herz verlangt nach dem Vater im Himmel. Luther formuliert das sogar noch drastischer: Beten heißt, zu Gott zu schreien wie ein Kind nach seinem Vater.

„Mama!“ „Papa!“ – Wer von Ihnen sich jetzt gerade angesprochen fühlt, hat dabei wahrscheinlich die Stimme seines Kindes im Ohr. Als Vater und Mutter wissen Sie genau: Mein Kind meint mich! An niemand anderen richtet sich mein Kind gerade. Und von niemand anderem als von mir erhofft es Hilfe.

Als Martin Luther mit 42 Jahren zum ersten Mal Vater wird, ist er erstaunt, wie tief ihn, den großen Doktor der Theologie, die Stimme seines kleinen Sohnes rührt. Und er erkennt: So ist das für Gott, wenn wir beten. Luther formuliert das so: „Nun ist kein Name unter allen Namen, der mehr geschickt mache, uns gegen Gott als ‚Vater‘; das ist eine gar freundliche, süße, tiefe und herzliche Rede. Es wäre nicht so lieblich oder tröstlich, wenn wir sprächen ‚Herr‘ oder ‚Gott‘ oder ‚Richter‘. Denn der Name ‚Vater‘ ist von Natur aus eingeboren und natürlich süß. Deshalb er auch Gott am allerbesten gefällt und uns zu hören ihn am allermeisten bewegt.“

Zu Gott zu schreien wie ein Kind nach seinem Vater, empfiehlt Martin Luther deswegen. „Vater unser!“ ist so ein kindlicher Schrei. Wer so betet, berührt Gottes Vaterherz.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Katharina Bärenfänger

Bild: S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Gebet zum Mittagsläuten (Woche 20/2020)

12. Mai 2020 by Pia Härtel Posted in: Aktuelles

Vater im Himmel, wir kommen zu dir mit allem, was uns freut, und mit allem, was uns Sorgen macht. Erst langsam gewinnt unser Leben wieder einen neuen Rhythmus. Wir atmen vorsichtig auf. Beginnen neu zu hoffen. Und zugleich sind Leid und Not noch für so viele Menschen reale Gegenwart. Wir wollen sie nicht vergessen, sondern bringen sie in unserem Gebet vor Dich, Herr:

Wir bitte dich für alle Menschen weltweit, die durch Corona erkrankt sind und zuhause, in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen um ihr Leben ringen. Lindere ihre Beschwerden und erhalte ihr Leben. (Stille) Herr, erbarme dich.

Wir bitte dich für alle Ärzte und Pflegende, die in den Krankenhäusern Dienst tun. Schütze du sie vor Ansteckung und Überlastung. (Stille)
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach neuen Impfstoffen und Medikamenten forschen. Unterstütze ihre Arbeit und schenke ihnen Erfolge. (Stille)
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für alle, die als Politikerinnen und Politiker Verantwortung tragen. Schenke ihnen Weisheit bei ihren Entscheidungen. (Stille)
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich auch für uns, die wir nach Hilfe und Orientierung suchen. Nimm uns den Geist der Furcht und erfülle uns mit deinem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (Stille)
Herr, erbarme dich.

Vater im Himmel, bei dir kommen wir zur Ruhe. In deiner Nähe zieht Frieden in unser Herz ein. Wir vertrauen dir uns an und beten:


Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.